Hochschulen bei Haushaltsberatungen nur fünftes Rad am Wagen

Matschie ist hauptsächlich Gemeinschaftsschulminister – Zukunftspläne für Hochschulen fehlen

28.10.2010, 13:40 Uhr

Der Ring Christlich-Demokratischer Studenten (RCDS) Thüringen kritisiert die aktuellen Sparpläne des Thüringer Bildungsministers Christoph Matschie. Der zurzeit im Thüringer Landtag beratene Haushaltsentwurf 2011 sieht überproportionale Einsparungen im Bereich der neun Thüringer Hochschulen vor. Während laut einer aktuellen GEW-Studie für Hochschulen nur 17 Prozent des Bildungsetats ausgegeben werden, sollen Universitäten, Fachhochschulen und Berufsakademien 47 Prozent der Kürzungen im Bildungssektor schultern. Das ist fast die Hälfte des betreffenden Gesamtsparvolumens im Bereich des Bildungsministeriums. Der Koalitionsvertrag sieht eigentlich vor, bis 2011 die finanzielle Ausstattung der Hochschulen unangetastet zu lassen.

Thomas Hindelang, RCDS-Landesvorsitzender, hierzu: „Herr Matschie spart keine Kosten und Mühen, um das fragwürdige Prestigeprojekt „Gemeinschaftsschule“ mit aller Macht durchzusetzen. Für die knapp 53.000 Studenten und die Thüringer Hochschullehrer scheint er dagegen kaum etwas übrig zu haben. Sonst würden trotz unverändert hoher Studienanfängerzahlen nicht 22,4 Millionen Euro im Hochschulbereich abgeschmolzen. Meines Erachtens ist Herr Matschie im Hauptamt Gemeinschaftsschulminister; im Nebenamt dann vielleicht auch noch Thüringer Wissenschaftsminister.“
 
Hindelang weiter: „Gerade zum Semesterauftakt ist es ein trauriges Signal an die Thüringer Studenten, dass die Hochschulen nur fünftes Rad am Wagen sind. Dieser Zustand zeigt sich allerdings nicht nur an der Spardebatte. Bisher hat Herr Matschie leider noch keine richtungweisenden Vorschläge für die Weiterentwicklung des Thüringer Hochschulraums erkennen lassen. Dieses Defizit muss überwunden werden, damit Thüringen bei Forschung und Lehre nicht in eine Abwärtsspirale gerät. Nur mit einer breiten Diskussion neuer Ideen werden wir unsere Wissenschaftslandschaft zukunftsfest machen.“