Klausurtagung: RCDS diskutiert mit CDU-Fachpolitikern über Bildung, Medizin und landesweites Semesterticket

29.08.2016, 08:31 Uhr

 

Für zwei Tage traf sich der Thüringer Ring Christlich-Demokratischer Studenten (RCDS) auf dem Inselsberg bei Tabarz, um die vergangenen Monate Revue passieren zu lassen und kommende Ziele anzuvisieren. Für Fachgespräche und Diskussionen konnten der stellvertretende Landesvorsitzende der CDU Thüringen, Christian Hirte MdB, der Landesgeschäftsführer der Kommunalpolitischen Vereinigung Thüringens, Reyk Seela, sowie die gesundheits- und bildungspolitischen Sprecher der CDU-Fraktion im Thüringer Landtag, Christoph Zippel MdL und Christian Tischner MdL, gewonnen werden.

Hinter dem Thüringer RCDS liegt ein ereignisreiches Jahr. Auf zahlreichen Veranstaltungen nahm er als größer hochschulpolitischer Verband der neuen Ländern Stellung zu aktuellen hochschulpolitischen Fragestellungen und engagierte sich nicht zuletzt im Rahmen der thüringenweiten Organspendeaktion auch sozial. „Wir scheuen uns nicht vor inhaltlicher Arbeit und haben dem Landesverband auf der Delegiertenversammlung ein starkes Programm verpasst. Und wir wachsen – im vergangenen Jahr ist es uns gelungen, zwei neue RCDS-Hochschulgruppen zu gründen“, blickt der RCDS-Landesvorsitzende Hans-Georg Creutzburg zurück. Damit es auch im kommenden Jahr so weitergeht, wurden auf dem Inselsberg nahe Tabarz bei der alljährlichen Klausurtagung nun die Weichen gestellt.

Die Zukunftsfähigkeit des Thüringer Bildungssystems, das Medizinstudium in Thüringen, die Folgen der von Rot-Rot-Grün geplanten Gebietsreform und die Rolle des Freistaates in der Bundespolitik mit einem Blick auf die aktuellen Herausforderungen waren nur einige der Themen, die bei dem zweitägigen Aufeinandertreffen im Fokus lagen. Dabei wurde klar, dass das Land insbesondere im Bildungs- und Medizinsektor vor wegweisenden Entwicklungen und Entscheidungen steht. „In Puncto Bildung haben wir mit dem Lehrermangel zu kämpfen, denn etwa ein Viertel der 20.000 Lehrer geht in den kommenden Jahren in den Ruhestand. Anstatt aber wie ursprünglich im Haushalt geplant 600 Referendare stellte das Land nur 400 ein“, kritisiert Creutzburg. Beim Gespräch mit dem CDU-Gesundheitsexperten Christoph Zippel kristallisierte sich außerdem heraus, dass enorme Probleme bei der Nachbesetzung von Apothekern auf uns zukommen: „Der Pharmaziestudiengang wird bisher nur in Jena angeboten, deshalb gibt es zu wenig Pharmaziestudenten. Auch das ist ein Problem, auf das wir als RCDS zukünftig aufmerksam machen müssen und gegensteuern wollen.“

Inhaltlich stand ebenfalls die Debatte über ein thüringenweites Semesterticket auf der Tagesordnung, das neben dem Regionalverkehr der Bahn an allen Hochschulen auch den Öffentlichen Personennahverkehr in ganz Thüringen umfassen soll. Bisher beinhaltet das Semesterticket der Thüringer Hochschulen zwar das DB Regio-Ticket, gilt im Freistaat aber noch nicht flächendeckend und nur vereinzelt als Fahrausweis für den ÖPNV. "Es ist längst Standard, dass viele Studenten auch außerhalb der Ballungsräume leben und auf ihrem Weg zur Uni oder Arbeit auf den Personennahverkehr angewiesen sind. Volle Mobilität ist für die Attraktivität des Hochschulstandorts Thüringen sowie die Entwicklung der Thüringer Wirtschaft durch studentische Praktika und Ferienjobs unverzichtbar“, so der stellvertretende Landesvorsitzende Steffen Schönrock.  

Mit dem Vorschlag eines thüringenweiten Semestertickets für den Regional- und Nahverkehr liefert der RCDS auch einen inhaltlich fundierten Vorschlag, um den Freistaat im Werben um die Studenten zukunftsfähig zu machen. "Die von Rot-Rot-Grün geplante Youtube-Imagekampagne wird nicht ausreichen. Es werden andere Argumente entscheiden, ob sich Abiturienten für Thüringen oder dagegen entscheiden. Dazu zählt eben auch eine gute Verkehrsanbindung ohne versteckte Mehrkosten", warnt Creutzburg davor, die wirklichen Probleme aus dem Blick zu verlieren.

Johann Reinhardt
Pressesprecher RCDS Thüringen